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Warum gute Bildungsarbeit gute Rahmenbedingungen braucht

Gelingensbedingungen für Lesungen, Workshops und Own-Voices-Projekte

Bildung verändert nicht allein durch Wissen. Sie verändert dort, wo Menschen sich verstanden fühlen, miteinander ins Gespräch kommen und den Mut entwickeln, die Welt und sich selbst aus neuen Perspektiven zu betrachten.

Genau dafür gestalte ich meine Lesungen, Workshops, Vorträge und Reflexitainment-Projekte.


Meine Arbeit verbindet Literatur, Kulturwissenschaft, Demokratiebildung, Kreativität und persönliche Begegnungen. Sie lädt Menschen dazu ein, Fragen zu stellen, Geschichten neu zu entdecken und eigene Erfahrungen mit wissenschaftlichen Erkenntnissen zu verbinden.


Eine Lesung ist deshalb für mich nie nur eine Lesung.

Ein Workshop ist nie nur Wissensvermittlung.

Und ein Gespräch über Vielfalt ist nie nur ein Vortrag.


Es geht darum, Räume zu schaffen, in denen Menschen sich öffnen, voneinander lernen und neue Handlungsmöglichkeiten entdecken können.


Damit diese Bildungsarbeit ihre Wirkung entfalten kann, braucht sie jedoch gute Rahmenbedingungen – für die Teilnehmenden ebenso wie für die Menschen, die diese Arbeit gestalten.


Bildung beginnt lange vor der Veranstaltung

Viele Menschen erleben nur die zwei Stunden einer Lesung oder eines Workshops.

Was häufig unsichtbar bleibt, sind die vielen Stunden davor.


Dazu gehören wissenschaftliche Recherche, didaktische Planung, Konzeptentwicklung, das Schreiben neuer Materialien, kreative Gestaltung, organisatorische Absprachen sowie Vor- und Nachbereitung.

Gerade Bildungsarbeit, die sich mit Themen wie Demokratie, Vielfalt, Diskriminierung oder gesellschaftlichem Zusammenhalt beschäftigt, lebt außerdem von einer weiteren Ressource:

Vertrauen.

Vertrauen entsteht nicht zufällig.

Es entsteht durch gute Vorbereitung, gegenseitigen Respekt und klare Absprachen.


Reflexitainment – Bildung durch Verbindung

Im Mittelpunkt meiner Arbeit steht Reflexitainment – eine von mir entwickelte und wissenschaftlich erprobte Methode der kulturellen Bildung, die ich im Rahmen meiner kulturwissenschaftlichen Forschung kontinuierlich weiterentwickle.


Reflexitainment verbindet persönliche Erfahrungen, Geschichten, wissenschaftliche Erkenntnisse und kreative Ausdrucksformen miteinander.

Der Grundgedanke ist einfach:

Menschen lernen nachhaltiger, wenn Wissen nicht isoliert vermittelt wird, sondern mit Emotionen, eigenen Erinnerungen, gesellschaftlichen Fragen und kreativen Erfahrungen verbunden werden kann.

Persönliche Erfahrungen dienen dabei nicht der Selbstdarstellung.

Sie werden zum Ausgangspunkt gemeinsamer Reflexion.

Erst durch wissenschaftliche Einordnung, künstlerische Gestaltung und den Dialog mit anderen entsteht daraus ein Bildungsprozess.


Reflexitainment möchte deshalb nicht belehren.

Es möchte Menschen einladen.

Zum Nachdenken.

Zum Zuhören.

Zum Perspektivwechsel.

Und dazu, gemeinsam Verantwortung für ein demokratisches und vielfältiges Miteinander zu übernehmen.


Warum Own Voices mehr ist als Authentizität

Viele meiner Projekte orientieren sich am sogenannten Own-Voices-Ansatz.

Dabei geht es nicht darum, dass persönliche Betroffenheit automatisch Expertise ersetzt.

Vielmehr kann reflektiertes Erfahrungswissen eine wichtige fachliche Perspektive sein.


Wie ich bereits in meiner wissenschaftlicen Abschlussarbeit beschrieben habe, ist persönliche Erfahrung in Own-Voices-Projekten keine private Nebensache, sondern kann Teil professioneller Bildungsarbeit werden.

Die Wissenschaft spricht in diesem Zusammenhang unter anderem von situiertem Wissen (Donna Haraway).

Erkenntnis entsteht nicht ausschließlich aus Distanz oder vermeintlicher Neutralität.

Sie entsteht auch aus konkreten gesellschaftlichen Erfahrungen, die wissenschaftlich reflektiert und verantwortungsvoll eingeordnet werden.

Auch Sara Ahmed weist darauf hin, dass Diversitätsarbeit nicht allein von engagierten Einzelpersonen getragen werden kann.

Institutionen tragen Verantwortung dafür, gute Bedingungen für diese Arbeit zu schaffen – durch Anerkennung, Schutz und faire Zusammenarbeit.


Ich verstehe Own Voices deshalb nicht als Aufforderung, persönliche Geschichten immer wieder preiszugeben.

Ich verstehe den Own-Voices-Ansatz als Einladung, Erfahrungen verantwortungsvoll in Bildungsprozesse zu übersetzen.


Erfahrung ist eine Ressource – keine Selbstverständlichkeit

Wenn Menschen über Diskriminierung sprechen, sprechen sie häufig nicht nur über ein Thema.

Sie sprechen oft auch über Erfahrungen, die ihr eigenes Leben geprägt haben.

Diese Erfahrungen ermöglichen besondere Perspektiven.

Sie können anderen Menschen helfen, gesellschaftliche Zusammenhänge besser zu verstehen.


Sie können Empathie fördern.

Sie können Reflexion ermöglichen.

Und sie können Hoffnung geben.


Gleichzeitig dürfen persönliche Erfahrungen niemals als selbstverständlich verfügbar betrachtet werden.

Sie sind kein kostenloses Material.

Sie sind kein pädagogisches Werkzeug, das beliebig eingesetzt werden kann.

Sie verdienen denselben Respekt wie jede andere Form professioneller Expertise.


Gute Bildungsarbeit braucht Sicherheit

Wer Menschen dazu einlädt, sich mit Diskriminierung, Vielfalt oder gesellschaftlicher Verantwortung auseinanderzusetzen, trägt Verantwortung für den Rahmen, in dem diese Gespräche stattfinden.

Deshalb wünsche ich mir Kooperationen mit Einrichtungen, die eine klare Haltung gegen Diskriminierung vertreten und respektvolle Lernräume fördern.


Dazu gehören beispielsweise:

  • transparente Kommunikation,

  • verbindliche Absprachen,

  • klare Ansprechpersonen,

  • eine wertschätzende Zusammenarbeit,

  • ausreichend Zeit für Vorbereitung,

  • sowie – wenn notwendig – eine vorherige Sensibilisierung der Gruppe.


In manchen Situationen kann es sinnvoll sein, zunächst mit Lehrkräften, Fachkräften oder Teams zu arbeiten, bevor Workshops mit Kindern oder Jugendlichen stattfinden.

Gerade bei Gruppen, in denen aktuell massive Konflikte oder diskriminierende Dynamiken bestehen, kann dieser Zwischenschritt helfen, nachhaltigere Bildungsprozesse zu ermöglichen und Menschen aus der Aufklärungsarbeit selbst zu schützen.

Das ist kein Ausschluss.

Es ist Ausdruck pädagogischer Verantwortung und schützt auch Personen.


Intersektionalität endet nicht im Seminarraum

Ich arbeite intersektional.


Das bedeutet, verschiedene Formen gesellschaftlicher Ungleichheit nicht isoliert zu betrachten, sondern in ihrem Zusammenwirken.

Diese Perspektive prägt nicht nur meine Forschung, sondern auch meine berufliche Praxis.


Die Kulturbranche ist für viele freiberufliche Künstler*innen, Autor*innen und Referent*innen wirtschaftlich herausfordernd.

Projektarbeit, schwankende Honorare und fehlende Planungssicherheit gehören vielerorts zum Alltag.


Hinzu kommt, dass trans* und nichtbinäre Menschen nach zahlreichen Studien häufiger Diskriminierung auf dem Arbeitsmarkt erleben und dadurch oftmals zusätzliche Hürden beim Zugang zu Beschäftigung und finanzieller Sicherheit erfahren.


Wenn sich mehrere Benachteiligungen überschneiden – beispielsweise prekäre Kulturarbeit, Selbstständigkeit und Diskriminierung –, entstehen Belastungen, die häufig unsichtbar bleiben.


Gerade deshalb sind transparente Kommunikation, Verlässlichkeit und faire Honorare keine Nebensache.

Sie schaffen die Grundlage dafür, hochwertige Bildungsarbeit langfristig leisten zu können.


Faire Honorare sind Ausdruck von Wertschätzung

Ein Honorar bezahlt nicht nur die Zeit einer Veranstaltung.

Es ermöglicht wissenschaftliche Recherche, Vor- und Nachbereitung, Materialentwicklung, Organisation, Anreise und die kontinuierliche Weiterentwicklung meiner Bildungsangebote.


Vor allem aber drückt es etwas Grundsätzliches aus:

Dass gesellschaftliche Bildungsarbeit einen Wert besitzt.

Dass demokratische Bildung professionelle Arbeit ist.

Und dass Menschen, die diese Arbeit leisten, dieselbe Verlässlichkeit verdienen wie andere Fachkräfte auch.


Deshalb bitte ich darum, Honorare möglichst bereits im Vorfeld verbindlich zu vereinbaren.


Klare Absprachen schaffen Sicherheit – für beide Seiten.

Sie ermöglichen es, sich anschließend ganz auf das Wesentliche zu konzentrieren:

eine gelingende Veranstaltung.


Gemeinsam gute Bildungsräume schaffen

Je nach Zielgruppe und Ausgangslage biete ich unterschiedliche Formate an:

  • interaktive Lesungen,

  • Workshops,

  • Vorträge,

  • Podcast-Gespräche,

  • Lehrkräfte- und Teamfortbildungen,

  • wissenschaftliche Impulse,

  • sowie Bücher, Dokumentationen und weitere Bildungsmaterialien, die unabhängig von Veranstaltungen eingesetzt werden können.


Manchmal ist eine Lesung der richtige Einstieg.

Manchmal eine Fortbildung.

Manchmal genügt zunächst ein Buch oder ein Film, das Menschen miteinander ins Gespräch bringt.

Gemeinsam finden wir das Format, das zu Ihrer Einrichtung passt.


Mein Selbstverständnis

Ich wünsche mir Kooperationen, die von Offenheit, Respekt und gegenseitiger Wertschätzung geprägt sind.

Nicht, weil gute Zusammenarbeit konfliktfrei sein muss.

Sondern weil gute Bildungsarbeit dort entsteht, wo Menschen Verantwortung füreinander übernehmen.


Für mich bedeutet professionelle Zusammenarbeit deshalb:

  • klare Kommunikation,

  • transparente Honorare,

  • gegenseitiger Respekt,

  • Schutz aller Beteiligten,

  • wissenschaftliche Sorgfalt,

  • kreative Offenheit

  • und die gemeinsame Überzeugung, dass Bildung Menschen verbinden kann.


Denn Geschichten verändern nicht allein die Welt.

Sie verändern Menschen.

Und Menschen verändern die Welt.


Literaturhinweise

Die Gedanken dieses Beitrags knüpfen unter anderem an folgende wissenschaftliche Arbeiten an:

  • Donna Haraway: Situated Knowledges: The Science Question in Feminism and the Privilege of Partial Perspective (1988)

  • Sara Ahmed: On Being Included: Racism and Diversity in Institutional Life (2012)

  • Kimberlé Crenshaw: Arbeiten zur Intersektionalität

  • Eigene kulturwissenschaftliche Forschung zu Reflexitainment, Own Voices und kultureller Bildung.

 
 
 

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