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Von Ursprungsgeschichten zu neuen Horizonten – Wie Reflexitainment Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft verbindet

Jede Kultur erzählt Geschichten über ihren Ursprung.

Schöpfungsmythen, religiöse Erzählungen und andere Ursprungsgeschichten gehören zu den ältesten Formen menschlicher Kultur.

Sie halfen Menschen, sich die Welt zu erklären, Gemeinschaften zu bilden, Werte weiterzugeben und Orientierung zu finden. Gleichzeitig wurden sie immer wieder genutzt, um Macht zu legitimieren, Zugehörigkeit zu definieren oder Menschen auszugrenzen.


Genau hier setzt eine zentrale Frage von Reflexitainment an:

Wie prägen Geschichten unser Denken – und wie können wir lernen, sie machtkritisch, differenziert und verantwortungsvoll zu lesen?


Für mich beginnt diese Frage bereits bei der Entstehung der Schrift.

Deshalb trägt meine Schreibhand das sumerische Dingir-Symbol – ein Zeichen, das für den Ursprung schriftlicher Überlieferung und damit auch für den Beginn einer langen Geschichte des Erzählens, Erinnerns und Weitergebens von Wissen steht.


Das Dingir-Symbol auf meiner Schreibhand erinnert mich täglich daran, dass Geschichten und Schrift seit Jahrtausenden Menschen dabei helfen, Erfahrungen festzuhalten, Wissen weiterzugeben und neue Perspektiven zu eröffnen.


Es steht für mich nicht für eine religiöse Aussage, sondern für den Ursprung einer kulturellen Praxis, die meine eigene Arbeit bis heute prägt.


Geschichten haben Menschen seit Jahrtausenden dabei begleitet, Bedeutung zu schaffen, Erfahrungen zu teilen und sich selbst als Teil einer größeren Gemeinschaft zu verstehen.


Vom Erlernen zur Anwendung der Schrift: Die altbabylonische Übungstafel (links, 20-16 hundert Jahre BCE) dokumentiert einen frühen Schreiblernprozess. Das neuassyrische Relief (rechts, 728 Jahre BCE) zeigt Schreiber bei der praktischen Arbeit. Zusammen veranschaulichen beide Objekte, wie Schrift als Kulturtechnik erlernt, angewendet und zur Wissensweitergabe genutzt wurde.


Diese altbabylonische Übungstafel zeigt, dass Schrift nicht nur dem Festhalten von Informationen diente, sondern auch ein Werkzeug des Lernens war. Das neuassyrische Relief ergänzt diese Perspektive, indem es Schreiber bei der praktischen Arbeit zeigt.


Gemeinsam machen beide Objekte sichtbar, wie Schrift als Kulturtechnik erlernt, angewendet und über Generationen hinweg weitergegeben wurde.


Von der Weitergabe des Wissens zur Weiterentwicklung von Geschichten

Doch Schrift bewahrte nicht nur Informationen. Sie machte es auch möglich, Geschichten, Werte und Deutungen über lange Zeiträume hinweg festzuhalten, weiterzugeben und zu verändern.


Ursprungs- und Schöpfungsgeschichten halfen Menschen dabei, grundlegende Fragen einzuordnen:

Woher kommen wir? Wie ist die Welt beschaffen? Welche Stellung nimmt der Mensch in ihr ein? Was gilt innerhalb einer Gemeinschaft als richtig, erstrebenswert oder gefährlich?


Solche Erzählungen konnten Orientierung und Sinn stiften, gemeinsame Vorstellungen prägen und gesellschaftliche Ordnungen erklären oder legitimieren. Geschichten verbinden Menschen dabei mit einem gemeinsamen Weltbild – können aber zugleich Normen, Grenzen und Machtverhältnisse festigen.


Diese Geschichten entstanden jedoch nicht voneinander isoliert. Sie wurden über Generationen hinweg weitererzählt, zwischen Kulturräumen vermittelt und für neue historische Situationen umgedeutet.


Auch die biblische Genesis steht in Beziehung zu älteren altorientalischen, besonders mesopotamischen Schöpfungs- und Flutüberlieferungen. Ähnliche Motive wurden aufgegriffen, neu angeordnet und mit eigenen Vorstellungen von Weltordnung, Menschsein und Verantwortung verbunden.

Die Genesis ist deshalb ein anschauliches Beispiel dafür, wie Geschichten durch Raum und Zeit wandern, sich gegenseitig prägen und unter veränderten gesellschaftlichen Bedingungen neue Bedeutungen erhalten.


Schrift ermöglicht Überlieferung → Geschichten werden weitergegeben und umgedeutet → sie prägen Werte, Gemeinschaften und Machtverhältnisse → Reflexitainment untersucht ihre Wirkung auf Gegenwart und Zukunft.


Genau diese Idee – Wissen weiterzugeben und gemeinsam weiterzudenken – greift Reflexitainment auf.


Reflexitainment ist für mich auch eine Art des Forschens

Mich interessiert nicht nur was Geschichten erzählen.

Mich interessiert auch, wie wir über Geschichten nachdenken.


Deshalb arbeite ich in Reflexitainment mit zwei miteinander verbundenen Reflexionsstrukturen.


Die erste Struktur verbindet drei Ebenen miteinander:

  • Mikro: die einzelne Person, ihre Erfahrungen und ihre Selbstreflexion.

  • Meso: Beziehungen, Gruppen und Gemeinschaften.

  • Makro: Gesellschaft, Kultur, Politik und globale Entwicklungen.


Ich glaube, dass viele Fragen und Verbindungen erst dann wirklich verständlich werden, wenn wir diese drei Ebenen gemeinsam betrachten.


Die zweite Struktur verbindet Raum und Zeit.


Zum einen frage ich, wo etwas geschieht.

Ich schaue auf unterschiedliche Länder, Kulturen und Kontinente und frage, welche Gemeinsamkeiten und Unterschiede dort sichtbar werden.


Zum anderen frage ich, wann etwas beginnt.

Dafür gehe ich bewusst in die Vergangenheit – oft bis zu Ursprungsgeschichten, frühen Mythen oder den historischen Anfängen einer Idee. Von dort aus verfolge ich ihre Entwicklung bis in die Gegenwart.

Mich interessiert, welche Wendepunkte, Machtverhältnisse und kulturellen Veränderungen eine Idee geprägt haben – und welche Bedeutung sie heute noch für unser Zusammenleben besitzt.


So entsteht für mich eine Form der Reflexion, die sowohl in die Breite als auch in die Tiefe geht.


Die räumliche Perspektive eröffnet neue Horizonte.


Die zeitliche Perspektive eröffnet neue Zusammenhänge.


Beides zusammen hilft mir, Gegenwart differenzierter zu verstehen und Zukunft bewusster zu gestalten.


Reflexitainment möchte diese Tradition nicht fortsetzen, indem neue Wahrheiten verkündet werden. Im Gegenteil.

Der Ansatz lädt dazu ein, Geschichten als kulturelle Spiegel zu lesen: als Ausdruck ihrer Zeit, ihrer Werte, ihrer Machtverhältnisse und ihrer Hoffnungen.


Dadurch können sie uns helfen, nicht nur vergangene Gesellschaften besser zu verstehen, sondern auch unsere eigenen Denkweisen kritisch zu hinterfragen.


Deshalb spielen Machtkritik, Diversität und Selbstreflexion im Reflexitainment eine zentrale Rolle.


Mich interessiert, wie Geschichten Vorstellungen von Geschlecht, Herkunft, Behinderung, Religion, Kultur oder Natur prägen.

Mich interessiert aber genauso, wie Geschichten Menschen dabei unterstützen können, sich von einschränkenden Vorstellungen zu lösen und sich selbst mit mehr Offenheit und Würde zu begegnen.


Reflexitainment versteht Vielfalt deshalb nicht als Sammlung einzelner Gruppen, sondern als Grundbedingung menschlichen Lebens.

Jede Person ist einzigartig und zugleich Teil einer vielfältigen Gemeinschaft.


Wo Menschen diese Vielfalt anerkennen, entsteht häufig mehr Freiheit, individueller zu leben, weniger Konformitätsdruck zu erleben und ein respektvollerer Umgang miteinander.


Für mich führt diese Perspektive zu einer einfachen, aber weitreichenden Überzeugung:


Nicht abstrakte Machtzentren sollten im Mittelpunkt unseres Handelns stehen, sondern die verantwortungsvolle Gestaltung unserer Beziehungen – zu uns selbst, zu anderen Menschen, zu Tieren und zur natürlichen Mitwelt.


Diese Haltung bedeutet nicht, alle Unterschiede aufzulösen oder jede Beziehung aufrechterhalten zu müssen.

Sie bedeutet vielmehr, Menschen mit einem Grundwohlwollen zu begegnen, Grenzen zu respektieren und Verantwortung für die Auswirkungen des eigenen Handelns zu übernehmen.


Genau darin sehe ich den Kern von Reflexitainment.

Nicht neue Dogmen zu schaffen.

Sondern Menschen dabei zu unterstützen, Geschichten bewusster zu lesen, Machtverhältnisse differenzierter zu erkennen und Beziehungen verantwortungsvoller zu gestalten.


Vielleicht brauchen wir heute weniger neue Gewissheiten.

Vielleicht brauchen wir vor allem neue Formen des Zuhörens, des Fragens und des gemeinsamen Nachdenkens und Handelns.


Wenn Reflexitainment dazu einen Beitrag leisten kann, dann beginnt dieser Beitrag dort, wo die ältesten Geschichten der Menschheit auf unsere Fragen von heute treffen – und daraus neue Horizonte entstehen.


Hier findest du mehr zu meiner Mission mit Reflexitainment.


Und hier kannst du mich auf einer ersten Reise durch Reflexitainment mit dem Film Eternals begleiten.



 
 
 

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